Die Dichte an kleinen Möbelschreinereien wird in Berlin höchstens noch von der Zahl an Fahrradwerkstätten übertroffen. Das sagt natürlich einiges über den Berliner Style aus. In erster Linie muss es individuell sein. Da spielt es dann auch keine Rolle, ob Architekt im feinen Grunewald oder Student im dritten Hinterhof in Kreuzberg: Die Wohnideen müssen einfach ausgefallen sein. Doch während sich der Student mit mehr oder weniger Geschick auf den vielen Flohmärkten mit Möbeln versorgt, findet der Architekt in Charlottenburg alles was er braucht in Häusern wie dem edlen Stilwerk in Charlottenburg.

Dass Möbel und Wohnen in Berlin schon immer einen besonderen Stellenwert hatte, zeigt die Tatsache, dass es ganze „Möbelviertel“ gab, was viele Immobilienmakler in Berlin bejahen. Beispielsweise reihte sich am Südstern in der Blücherstraße einst ein Möbelhändler an den anderen. Mittlerweile hat sich das geändert, denn viele mußten sich den großen Ketten geschlagen geben. Doch in die leerstehenden Länden sind vereinzelt schon wieder pfiffige und kreative Menschen gezogen, die hier mit ihren ungewöhnlichen Vorstellungen vom „Wohnen in Berlin“ Geld verdienen wollen.

Natürlich gibt es auch in Berlin die großen und einschlägig bekannten Möbelhausketten, doch sie tun sich in der Hauptstadt vielleicht ein wenig schwerer als anderswo, denn hier ist der Geschmack noch nicht dem stromlinienförmigen Mainstream gewichen. Originalität ist Trumpf. Eine Rolle mag vielleicht auch spielen, dass die Zahl der Single-Haushalte sprunghaft angestiegen ist. In Sachen Wohnung gibt es weniger Kompromisse und das schlägt sich am Ende auch in den Wohnideen nieder. Der Berliner Style in Sachen Wohnen spiegelt die ganze Stadt: Kreativ und individuell.

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