Es benötigt durchaus Fingerspitzengefühl und verlangt so manchem Laien einiges ab. Die Rede ist vom Verputzen. Mit etwas Geschick und Übung ist das Verputzen sowohl im Neubau, als auch beim Sanieren für Heimwerker eine lösbare Aufgabe. Am Ende muss ein zufriedenstellendes Ergebnis „an der Wand“ stehen, da eine Korrektur im Nachhinein nur schwer zum Erfolg führt.

Ermittlung des Materialbedarfs

Zu aller erst muss die Wandfläche berechnet werden. Eine Faustregel besagt, dass für eine Fläche von 2,5 Quadratmetern und einer Dicke von 1 Zentimeter rund 30 Kilogramm Gipsputz benötigt werden.
Weiterhin müssen im Abstand von etwa 50 Zentimetern Putzschienen über die Gesamthöhe des Raumes angebracht werden. Zur Decke gilt es, einen Abstand von 20 bis 40 Zentimetern zu halten.

Alle nötigen Vorbereitungen treffen

Insbesondere in Altbauten muss die Wand von altem Putz, Tapeten oder Farbe befreit werden. Um das ganze Übel später nicht mühselig vom Boden entfernen zu müssen, ist das Auskleiden des Untergrundes mit Vlies empfehlenswert. Geht es um das Verputzen von Beton, Metall oder Holz benötigt man im Zweifelsfall Ratschläge einer Fach-affinen Person.

Da sich Holz im Laufe der Zeit verändert, kann es nicht verputzt werden, sondern muss mit Verputzgitter oder Putzträgerplatten verkleidet werden. Auf Metalloberflächen muss Rostschutz aufgetragen werden. Bei Beton muss zwingend darauf geachtet werden, dass dieser völlig ausgehärtet ist.

Grundierung und Nässen der Wand

Die saubere Wand muss grundiert werden. Dabei ist die Auswahl der korrekten Grundierung von der Saugfähigkeit der Wand abhängig. Dies kann durch Auftragen von Wasser ermittelt werden. Verbleiben Tropfen auf der Wand, ist diese nicht saugfähig. Zieht Wasser langsam ein, spricht man von einer normal saugenden Wand und zieht es schnell ein, ist die Wand stark saugend. Auf Basis dessen wird die Grundierung aufgetragen. Vor dem Verputzen erfolgt eine neuerliche Befeuchtung der Wand. Sie brauchen hier nicht zu zaghaft mit dem Wasser umzugehen.

Setzen der Profile

Ist man kein Profi, können Profile helfen. Hier eignen sich Schnellputzleisten, die in einem Abstand von knapp 50 Zentimetern im Lot mittels Eckschienenmörtel an die Wand angebracht werden. Eckprofile schützen zudem Kanten.

Anrühren und Auftragen

Putzmörtel und Wasser müssen mit einem Rührquirl homogen gemischt werden. Der fertige Putz wird mittels Kelle oder Spachtel an die Wand geworfen und grob verstrichen. In diesem Schritt muss die zu verputzende Ebene noch nicht glatt sein. Glattgezogen wird im folgenden Schritt mit einer Abziehlatte und den Putzschienen, jedoch sollte zwischen Decke und Putzschicht ein kleiner Abstand gelassen werden, um zu vermeiden, dass der Putz in späteren Phasen Risse bekommt.

Glätten oder Struktur in den Putz bringen

Strukturiert kann der Putz nach persönlichen Vorlieben werden, solange er noch feucht ist. Zur finalen Glättung können Sie die Oberfläche mit einem Schwammbrett oder einem Schleifgitter bearbeitet werden.
Nicht jeder Putz ist gleich, es gibt verschiedene Arten: Gipsputz, Lehmputz, Kalkputz, Kunstharzputz, Oberputz, Dekorputz, Unterputz und Grundputz.

Mit etwas Feingefühl geht alles

Das Verputzen einer Wand ist nicht so einfach wie manche denken, es fordert ein hohes Maß an Konzentration und Genauigkeit. Wird jeder Schritt gewissenhaft abgearbeitet, erstrahlt die Wand bald in einem neuen, edlen Putz.

 

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