Beim Gedanken an natürliches Wohnen ist der Bezug zu Skandinavien nicht weit. Unsere Nachbarn im Norden haben das Wohnen im Einklang mit der Natur über die Zeit perfektioniert und es geschafft, die schönsten Seiten der Natur in ihre Häuser und Wohnungen zu bringen. Der Wohnstil der Skandinavier ist legendär und wahrscheinlich nicht weniger beliebt als der mediterrane Landhausstil unserer südlichen Nachbarn. Das Besondere am skandinavischen Einrichtungsstil ist eine Kombination aus Form, Funktionalität und Farbe im Zusammenspielt mit natürlichen Materialien. Die Farbe jedoch findet sich nicht unbedingt an der Wand wieder, denn diese bleiben oftmals weiß. Der Vorteil: wie eine Leinwand lässt sie sich durch Möbel, Textilien und Accessoires „bemalen“. Weiße Wände können alles andere als kühl sein.

 

Natürlich Wohnen

(Foto: https://www.flickr.com/photos/kitchendesigner/)

 

Möbel – Holz ist Trumpf

Die Basis nordischer Wohnkultur ist Holz. Das fängt beim Fußboden an und hört an der Decke auf. Aber auch das Dazwischen, die Möbel, sind essentiell. Schlichte Holzmöbel sind fester Bestandteil skandinavischen Designs. Das beweisen nicht nur die seitenstarken IKEA-Kataloge jedes Jahr aufs Neue, es sind vor allem die Designklassiker von Finn Juhl, Hans J. Wegner und Co., die Natur und Natürlichkeit in sich widerspiegeln. Ob Bugholz, Vollholz oder Furnier, das Material findet sich in fast jedem Möbelstück wieder. Möbel wie Holztische und -Stühle können lackiert, lasiert oder unbehandelt sein, das spielt kaum eine Rolle. Wichtiger sind simple, natürliche Formen und Langlebigkeit. Und auch wenn es mal kein Holzmöbel ist, gelten zeitloses Design und hochwertiges Material als wichtige Kriterien. Auf Komfort und maximale Funktionalität wird ebenfalls Wert gelegt. Sofas, auf denen es sich nicht gut sitzen lässt, gehören einfach nicht zum natürlichen Wohnen.

 

Textilien – warmer Materialmix und Farbtupfer

Möbel im Stil skandinavischer Designtradition sind jedoch nur eine Zutat, eine spannende Materialkombination ist eine weitere. Dominierend im Norden sind auch hier natürliche Materialien wie Schurwolle und Leder, wobei vor allem Baumwolle tonangebend ist. Vorhänge am Fenster und ein weicher Teppich auf dem Boden sind so etwas wie die skandinavische Grundausstattung. Zur Wohlfühloase wird das Ganze durch zusätzliche Kissen in schlichten aber unterschiedlichen Bezügen und eine dünne Sofadecke für kältere Stunden. Meist dominieren natürliche Farbtöne, gerade Wohntextilien eigenen sich jedoch besonders gut, um wirkungsvolle Farbakzente zu setzen. Denn auch das ist typisch skandinavisch: Keine Angst vor Farbe. Das Geheimnis ist die Dosierung. Nicht zu viel und immer in Kombination mit ausbalancierenden neutralen Farben.

 

Accessoires – bewusst natürlich inszenieren

Zu guter Letzt sind die Accessoires an der Reihe. Auch hier sind natürliche Materialien und Formen nicht wegzudenken – Glasvasen mit organischen Formen a la Alvar Aalto, hölzerne Kerzenständer und Keramikdosen zum Beispiel. Und damit die weißen Wände nicht kahl und nackt bleiben, dürfen gerahmte Bilder, Poster oder Lithografien nicht fehlen. Diese am besten im Pulk aufhängen statt vereinzelt, das macht das Ganze spannender. Am besten funktioniert es meist große Bilder in die Mitte und kleinere drum herum zu hängen.