Marlene Dietrich war eine, Marilyn Monroe und Greta Garbo auch. Bei Stilikonen fallen einem meistens Frauen aus der Vergangenheit ein. Damit sich das wieder ändert, wurde im Callewy Verlag der dicke Bildband „Stilikonen unserer Zeit – Wohn- und Lebensgeschichten besonderer Frauen“ herausgegeben. Autor Ralf Eibl, der eigentlich Redakteur der WELT ist, stellt darin in Reportagen und mit zahlreichen Bildstrecken des bekannten Fotografen Wolfgang Stahr vor, wie wahre Stilikonen leben. Schnell stellt man Zusammenhänge zwischen den Menschen und ihrer selbstgeschaffenen Umgebung her: Häuser und Wohnungen sind der Spiegel der Ideen vom Guten und Schönen ihrer Bewohner. Diese sind „Stilikonen“ wie die Kunstsammlerin Karen Boros, Kunsthändlerin Ellen Piper-Quittenbaum, Sängerin Ute Lemper oder Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.

Dabei spielen sowohl die Lebensgeschichte, als auch Kleidung und Einrichtung der Frauen zentrale Rollen. So sieht man etwa die Schmuckdesignerin Michelle Elie Meiré mit fuchsia-farbener Yves Saint Laurent-Bluse und knallrotem Tom Ford-Anzug in ihrer Kölner Wohnung mit Tonnenweise Kunst von Damien Hirst oder Tracey Emin. Edel sind diese großen, hellen Räume. Und auch wenn man sich diese Lebensweise nicht leisten kann, gibt sie wenigstens Inspiration für die eigene Bruchbude – so kann man sich also auch einrichten. Also weg mit den digitalen Bilderrahmen und her mit der Kunst. Es muss ja nicht gleich Hirst sein.