Bereits vor dem Streichen einer Wand sollte man den Untergrund bestimmen. Dieser lässt sich am einfachsten mit einer Fingerprobe feststellen. Kreidefarbe würde in diesem Fall abfärben. Beim Überstreichen einer Kreidefarbe lösen sich nämlich die alten Farbpigmente, sodass das Überstreichen mit einer Dispersionsfarbe praktisch sinnlos wäre. Demzufolge sollte die alte Wandfarbe (Kreidefarbe) entfernt werden, bevor die Wand einen frischen Farbauftrag erhält. Bevor Lackfarben verwendet werden, sollte der alte Anstrich mit einem Schleifkissen angeraut werden, damit der Basis tragfähig wird. Mit Span- oder Gipskartonplatten wie auch verschieden Steinarten verhält es sich völlig anders. Diese Materialien sollten zuerst grundiert werden, da sie extrem saugfähig sind und frisch aufgetragene Farbe sofort eingesogen werden würde. Ist die Basis tragfähig (meistens rau), lässt sich die Wand in der Regel mit allen Farben streichen.

Alten Anstrich entfernen

Kreidefarbe lässt sich je nach Dicke der Schicht ganz einfach ab spachteln. Sehr dünne Schichten werden „abgewaschen“ beispielsweise mit einer Kleisterbürste. Lackfarben werden meist nicht entfernt. Es sei denn, sie sind so beschädigt (abgeplatzte Stellen), dass sie keine saubere Basis bilden. In diesem Fall lassen sich spezielle Abbeizer oder eine Heißluftpistole zum Herunterbrennen der Lackschichten verwenden. Latexfarben wiederum lassen sich nicht sauber überstreichen und sollten von daher vor dem Anstrich mit einem Tapetenablösegerät (heißer Dampf) aufgelöst und entfernt werden.

Tapeten überstreichen?

Das Überstreichen von Tapeten stellt generell kein Problem dar, solange diese auf Stoß geklebt wurden. Entscheidend hierbei ist allerdings die optimale Haftung an der Wand. Denn sind die Nähte nicht sauber verklebt, können Luftlöcher entstehen, was zu keinem sauberen Ergebnis führt. Bilden sich beim Überstreichen der Tapeten kleines Blasen, ist das kein Grund zur Sorge, da diese sich während des Trocknens zusammenziehen und somit nicht mehr sichtbar sind.

Genügend Farbe kaufen

Der Farbverbrauch beim Streichen einer Wand ist je nach Untergrund sehr unterschiedlich und lässt sich nicht pauschal berechnen. Die Angaben auf dem Produkt verstehen sich als Richtwert, da der Verbrauch von vielen Faktoren abhängt wie beispielsweise der Saugfähigkeit des entsprechenden Untergrunds oder die Deckkraft der verwendeten Farbe. Vor dem Kauf wird die Höhe und Breite der Wand ermittelt und anschließend mit der Grundfläche der Zimmerdecke addiert. Wird also ein 2,70 m hoher Raum mit einer Fläche von 4×4 m gestrichen, beträgt die Wandfläche 37,8 qm zuzüglich der Zimmerdecke mit 12 qm. Dem zur Folge werden knapp 50 qm gestrichen. Soll die Wand nur einmal gestrichen werden, benötigt man laut Hersteller 180 ml Farbe pro Quadratmeter. Dieses ergibt neun Liter Farbe (50 qm x 180 ml/qm).

Rahmen, Steckdosen & Co abkleben

Rahmen, Steckdosen und Lichtschalter an der Wand werden zuvor mit Malerkrepp abgeklebt, da dies für ein sauberes Ergebnis sorgt. Der Fußboden sollte vor dem Streichen mit Papier oder Folie abgedeckt werden. Auf diese Weise steht dem Streichen der Wand nichts mehr im Weg und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

 Wände richtig streichen – so gehts

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