Wenn es darum geht, genehmigungspflichtige Waffen zu Hause aufzubewahren, sind hohe Auflagen zu beachten. Waffenschränke unterliegen verschiedenen Sicherheitsstufen, damit eine korrekte Aufbewahrung erfolgen kann. Unterschieden wird zwischen der Klasse 0 und 1. Seit 2017 wurde das Waffengesetz in Deutschland deutlich verschärft, dabei ist eine Aufbewahrung von Kurz- und Langwaffen ausschließlich in Waffenschränken erlaubt, die der DIN/EN 1143-1 Norm entsprechen. Ältere Waffenschränke mit der Bezeichnung VDMA 24992 dürfen zwar weiterhin genutzt werden (unbegrenzt), dürfen im Handel allerdings nicht mehr erworben werden. Allerdings ist es ratsam, einen Waffenschrank nach neuestem Standard zu nutzen, da diese Modelle über einen sehr hohen Einbruchschutz verfügen.

Waffenschränke erfordern hohe Sicherheitsstandards

Im Vergleich zu einem Tresor, bietet ein Waffenschrank einen viel höheren Sicherheitsstand. Daher spricht nichts dagegen neben der Lagerung von Waffen auch wertvolle Dokumente oder Vermögenswerte dort zu lagern. Bei einem Einbruch ist das Öffnen von einem Waffenschrank nur mit sehr hohem zeitlichen Aufwand oder Spezialwerkzeug möglich. Je höher die Widerstandsklasse ausfällt, umso mehr Zeit muss für eine Öffnung investiert werden. Bei der Anschaffung von Waffenschränken ist zu beachten, dass diese von den zuständigen Behörden auf gesetzliche Vorschriften überprüft werden. Liegt eine unsachgemäße Lagerung von Waffen vor, drohen hohe Bußgelder und die Beschlagnahmung.

Unterschiede gibt es bei den Waffenschränken, welche als Tresorschränke oder Waffenschränke mit Glas agieren. Als sehr dekorativ präsentieren sich Ausführungen mit eingebauten Glastüren, wo sich zum Beispiel Sammlerstücke aufbewahren lassen. Allerdings handelt es sich dabei um extrem stabiles Panzerglas, um einen hohen Schutz zu gewährleisten. Wenn es um Waffenschränke geht, sollten vor allem die vorhandenen Prüfplaketten genau überprüft werden. Diese müssen unbedingt der gültigen Norm entsprechen, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.

Warum die Platzierung eines Waffenschranks so wichtig ist

Waffenschränke aufzustellen, bedarf im Vorfeld einer genauen Planung. Zwar gibt es nach dem Gesetz keine direkten Bestimmungen, doch sollte eine Aufstellung immer dort erfolgen, wo eine dauerhafte Anwesend garantiert ist. Ob es sich dabei um eine kleine Wohnung oder ein großes Haus handelt, spielt dabei keine Rolle. Am besten empfiehlt es sich einen Ort zu wählen, wo der Waffenschrank nicht stört. Falls eine Aufstellung an einem eher abgelegenen Ort erfolgt, sind hierfür recht strenge Auflagen erforderlich. Dies kann zum Beispiel ein Keller, eine Garage oder sogar eine Jagdhütte sein. Ein generelles Verbot besteht dafür allerdings nicht. Zu beachten gilt dabei, dass dies nur für Langwaffen ohne passende Munition gilt. Für Kurzwaffen gilt hierfür ein Verbot, da für diese Art von Waffen eine hohe Einbruchswahrscheinlichkeit vorliegt. Kommt es trotz aller Sicherheitsvorkehrungen doch zu einem Diebstahl, stehen somit nur Langwaffen ohne eine Art von Munition bereit.

Ob Waffenschränke verankert werden müssen, ist abhängig vom jeweiligen Gewicht. Modelle der Sicherheitsklasse 0 mit einem Leergewicht von unter 200 kg, wo sich mehr als insgesamt 5 Kurzwaffen befinden, ist eine Verankerung vorgeschrieben. Dies gilt auch für Ausführungen mit über 200 kg an Leergewicht, wenn sich dort über 10 Kurzwaffen befinden. Außerdem zahlt bei einem Diebstahl die Versicherung nur, wenn eine Verankerung vorhanden war. Daher ist es aus eigenem Interesse sehr empfehlenswert, einen Waffenschrank entsprechend zu sichern.

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