Bettdecken: Übergröße vs. Normal

13.01.2014 | MAGAZIN

Bettdecken: Übergröße vs. Normal

13.01.2014 | MAGAZIN

Große Bettdecken locken mit einem großen Wohlfühlfaktor und reizen insbesondere Pärchen zum Kauf, da dem nächtlichen Kuschelvergnügen unter der gemeinsamen Bettdecke scheinbar nichts mehr im Wege steht.

Doch sind Bettdecken in Übergröße wirklich so begehrenswert oder gibt es auch Fälle, in denen man den Kauf einer solchen Decke besser noch mal überdenken sollte?

Hier finden Sie die Eigenschaften der Decken-Riesen einmal separiert nach dem, was einen Kauf begünstigt und danach, was einem Kauf eher im Weg steht.

 

Die Vorteile:

1. Mehr Wärmefläche für große Menschen

Große Menschen (dazu zählt jeder ab 1,81 m) sollten an dieser Stelle direkt aufhören zu lesen und sich umgehend eine übergroße Bettdecke besorgen. Denn in der Regel reichen die Bettdecken in Normalgröße einfach nicht aus, um die Körper hoch gewachsener Menschen im Schlaf ausreichend zu bedecken. Während dem Einschlafen mag das noch gehen, wenn man z.B. in der Embryo-Lage unter die Decke gekuschelt einschlummert, doch sobald des Nachts etwas mehr Bewegung, z.B. beim Strecken, vonstatten geht, ist es vorbei mit der ausreichenden Wärmeversorgung durch die Bettdecke. Das kann dann zu schlechtem Schlaf, Erkältungen und anderen Erkrankungen führen. Da der Schwerpunkt aber immer auf der eigenen Gesundheit liegen sollte, sei großen Menschen unbedingt zum Kauf einer übergroßen Bettdecke geraten!

2. Bewegungsfreiheit

Was für große Menschen gilt, gilt (teilweise) auch für solche in Durchschnittsgröße. Wer eine übergroße Bettdecke zuhause hat, der kann sich nachts viel öfter drehen und wenden und strecken und recken, ohne dass riskiert wird, dass man dabei aus Versehen unter der Bettdecke hervorkrabbelt und sich dann unterkühlt und/oder aus dem Schlaf gerissen wird. Daher ist das ein klarer Vorteil für all jene, die im beim Schlafen schnell frieren und nicht zu den Bein-Klemmern gehören, sondern die Nächte tatsächlich unter der Bettdecke verbringen.

3. Kuschelfaktor

Der oben bereits erwähnte und für Verliebte ganz besonders gewichtige Punkt des Kuschelfaktors sei hier natürlich auch nochmal erwähnt. Wer gerne im Schlaf kuschelt, der hat zwei Möglichkeiten: Man quetscht sich zusammen unter eine normalgroße Bettdecke, was aber entweder einen unbequemen Schlaf bedeutet und/oder, dass einer von beiden bald friert, da mit ein bisschen Schlafbewegungen des Nachts bald nicht mehr genug Platz für beide unter der Bettdecke ist. Die andere Möglichkeit ist, dass jeder seine eigene Bettdecke hat, man aneinander gekuschelt einschläft und sobald es kühl wird, schnappt sich einer von beiden die bereitliegende zweite Bettdecke und beide können die Nacht wohlig zugedeckt verbringen. Hier ist aber der Nachteil ganz klar darin gelegen, dass einer von beiden zwangsläufig wach wird, wenn er friert und sich die zweite Bettdecke erst „beiholen“ muss. Da scheint die übergroße Bettdecke auf den ersten Blick eine optimale Lösung darzustellen.

Wären da nicht noch…

 

Die Nachteile:

1. Übergroß ist nicht handlich

Vor dem Kauf einer übergroßen Bettdecke sollte man sich bewusst machen, dass Dinge, wie das Bettenmachen auf einmal in einer anderen Dimension ablaufen. Während großen Menschen diese Umstellung nicht all zu schwer fallen dürfte, werden normalgroße oder gar kleine Menschen den Unterschied merklich spüren. Auch wenn es sich um eine Saison-Bettdecke handelt, muss beachtet werden, dass diese in der Winter- bzw. Sommerpause einen größeren Stauraum in Anspruch nimmt als ihre Vorgängerin.

2. Mit der Größe kommt Gewicht

Man sollte unbedingt bedenken, dass in einer größeren Bettdecke mehr Material verarbeitet wurde, welches sich selbstverständlich auf das Gewicht der Decke niederschlägt. Aus diesem Grund empfiehlt sich vor dem Kauf ein „Belastungstest“. Außerdem sollten Informationen zu den verschiedenen Füllmaterialien eingeholt werden, da sich in manchen Fällen durch ein anderes Füllmaterial das Mehrgewicht wieder nach unten ausgleichen lässt.

3. Versteckte Kosten

Es wäre ein Trugschluss, anzunehmen, dass es finanziell mit der Anschaffung der Bettdecke erledigt wäre, denn diese wird man kaum in die gewohnten Deckenbezüge hinein bekommen. Daher heißt es: Neue Bettwäsche kaufen. Und diese ist in der Regel auch noch teurer als Bettwäsche in Standardgröße. Paare, die bis dato zwei Bettdecken hatten, werden zwar einen preislichen Unterschied nicht spüren, da sie höchstwahrscheinlich bisher ohnehin Doppel-Packs (oder zweimal Einzelpacks) gekauft haben. Es handelt sichdennoch um eine Investition, die ohne neue Bettdecke nicht erforderlich gewesen wäre.

4. Geteiltes Terrain

Ist der Partner ein Deckendieb oder ein Beinklemmer während man selbst eher zu einem ruhigen und Schlaf unter der Bettdecke neigt? Dann kann eine gemeinsame große Bettdecke schnell für Ärger sorgen. Im Vorfeld sollte darauf geachtet werden und vor dem Kauf auch ruhig mal der Versuch unternommen werden, sich eine Zeit lang eine normalgroße Bettdecke zu teilen. Funktioniert das oder weckt das unterschiedliche Schlafverhalten regelmäßig aggressive Wunschgedanken? In diesem Fall ist radikale Ehrlichkeit wichtig und im Zweifelsfall ist auf nächtliche Kuschelorgien unter einer Bettdecke lieber zu verzichten, denn ein schlechter Schlaf kann sich auf Dauer negativ auf die Beziehung auswirken – vor allem, wenn der  Partner als Ursache herhalten muss.

Ebenfalls hierzu zählt der Punkt des Wärmebedürfnisses. Bettdecken sucht man sich individuell nach seinem nächtlichen Wärmebedürfnis aus, das zuweilen sehr unterschiedlich ausfallen kann. Während manchen im Winter auch eine Übergangsdecke reicht, benötigen andere eine dick gefüllte Daunendecke, in die sie sich hineinkuscheln können, um nicht vom eigenen Zittern geweckt zu werden. Das ist ebenfalls ein Thema, das im Vorfeld mit dem Partner zu besprechen ist, um zu überprüfen, ob in diesem Punkt Konsens herrscht. Falls nicht, ist dies leider auch ein KO-Kriterium für eine (gemeinsame) übergroße Bettdecke, denn zu kalte oder zu warme Nächte sind furchtbar unangenehm und beeinflussen das Schlafverhalten negativ.

Anhand dieser Punkte dürfte sich relativ leicht feststellen lassen, ob der Kauf einer (gemeinsamen) Bettdecke in Übergröße sinnvoll bzw. ratsam ist.

Wer sich nun bei der Entscheidung für den Kauf einer Bettdecke in Übergröße bestätigt fühlt, profitiert davon, dass mittlerweile sehr viele Bettwarenhersteller den Bedarf an übergroßen Bettdecken erkannt und ihr Sortiment entsprechend erweitert haben.

Und wenn es doch an Kompatibilität mit dem Partner scheitert, sollte niemand traurig sein, sondern die Vorteile darin sehen, dass man eine eigene Decke hat, die ganz nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen ausgesucht und verwendet wird  – ob zwischen den Beinen eingeklemmt, wie eine Frühlingsrolle eingewickelt, brav und schön warm bis unters Kinn zugedeckt oder in immer ändernder Position und Funktion bis hin als Kopfkissen, während der Partner von all dem nichts mitkriegen muss.

Bildnachweis: markusthomasde | pixabay.com

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