Die chinesische Harmonielehre Feng Shui bezieht sich in ihrer Gestaltungsmethode auf die natürlichen Merkmale Wind und Wasser. Das Chi ist die unsichtbare Lebensenergie, die immer fließen sollte.

Was bedeutet das für die Raumplanung?

Der Raum wird mit Hilfe eines Baguas („schematisches Handwerkszeug des Feng Shui zur idealen Aufteilung, Ausstattung und Nutzung der Wohnräume“) in acht Himmelsrichtungen eingeteilt, wobei die Erde, Tai Chi genannt, den zentralen Mittelpunkt bildet. Das Element Wasser befindet sich im Norden und steht für die Karriere. Gegenüber, im Süden, findet sich das Element Feuer. Es wird dem Ruhm zugeordnet. Das Element Erde ist nicht nur zentraler Mittelpunkt im Bagua. Es findet sich auch im Nord-Osten für Karriere & Wissen und im Süd-Westen für die Lebensbereiche Partnerschaft & Beziehungen. In Ost und Süd-Ost ist das Element Holz zu finden. Es steht für Familie & Gesundheit bzw. für Reichtum und Finanzen. Zweimal ist im Bagua auch das Element Metall vorhanden. Einmal im Westen, wo es für Kinder & Kreativität steht, und in Nord-West mit der Zuordnung für hilfreiche Freunde.

Diese Zuordnung der einzelnen Elemente aus Mutter Natur steht für Schutz, Stärke und Geborgenheit und kann mit allen Einrichtungsstilen kombiniert werden.

Was ist über die Himmelsrichtungen und Elemente hinaus zu beachten?

Im Schlafzimmer sollten dezente und Harmonie verbreitende Farben verwendet werden. Ideal sind die Farben Braun-, Beige- und Grün, die auch in der Natur dominieren.

Das Bett darf lt. Feng Shui nicht zwischen Tür und Fenster stehen und auch nicht an einer Wand aufgestellt werden, in der Heizungs- oder Wasserleitungen verlegt sind. Zeigt das Fußende zur Tür, kann eine Schwächung des Chi, der Energieströme, erfolgen. Nicht zum Feng Shui im Schlafbereich passen Spiegel, elektrische bzw. elektronische Geräte sowie überladende Bilder, Lampen und offene Regale.

Ein Spiegel ist auch im Eingangsbereich gegenüber der Wohnungstür lt. Feng Shui nicht erlaubt, weil er das Chi reflektiert.

Im Wohnzimmer gehört das Sofa bzw. die Wohnlandschaft an eine Wand, von der aus der Blick in den Raum schweift. Ideal ist eine Sitzgelegenheit in U-Form, bei der weder sie noch ihre Gäste oder Familienmitglieder sich beim Zusammensitzen ausgeschlossen fühlen.

Damit das Chi fließen und sich ausbreiten kann, muss die Mitte des Wohnraumes frei bleiben. Ein Teppich unter dem Couchtisch oder an anderer Stelle im Raum sollte immer die bereits vorhandenen Farben aufnehmen. Ein Spiegel, zum Beispiel um kleine Räume optisch zu vergrößern, ist im Wohnzimmer auch lt. Feng Shui erlaubt.

Im Arbeitszimmer geht es zudem stark um die richtige Auswahl der Farben, weil diese eine positive wie auch negative Auswirkung auf die Arbeitsweise und Produktivität besitzen.

Rot, die Farbe des Feuers mit hoher energetischer Wirkung, ist nicht für energiegeladene Menschen geeignet. Sie sollten lieber Blau, die Farbe des Wassers, oder die Farbe Gelb wählen, die mit ihrer Erdverbundenheit für Geduld und geistige Energie steht.

Feng Shui im Arbeitszimmer heißt aber auch Ordnung halten. Und die soll mit geschlossenen Schränken, Sideboards und Schubladen mit klaren Oberflächen, die Ruhe ausstrahlen und das Chi fließen lassen, geschaffen werden. Um diesen Energiefluss nicht zu stören, muss der Raum in der Mitte frei bleiben. Elektrogeräte gehören nicht in die Nähe zur aktiv genutzten Arbeitsfläche mit Blick zur Türe. Kabelverbindungen gehören in geschlossene Kabelschächte.

Schreibtische aus Glas sind zu meiden, weil durch sie entsprechend der Feng Shui Lehre die Energie hindurch fällt und so zumindest teilweise verloren geht.

Kalender und Uhren werden im Verständnis von Feng Shui als Druckmacher empfunden, die Unruhe stiften. Deshalb besser nicht dem ständigen Blickkontakt aussetzen.